KONFERENZPROGRAMM

KI-Souveränität: Kontrolle statt Herkunft

Viele Unternehmen nutzen KI-Dienste globaler Anbieter und verlieren dabei unbewusst Kontrolle über Daten, Modelle und Entscheidungen. Der Vortrag zeigt, warum KI-Souveränität kein politisches Ziel, sondern ein Governance- und Architekturproblem ist.

Anhand praxisnaher Beispiele wird erläutert, wo reale Abhängigkeiten entstehen, welche davon unkritisch sind – und wie Unternehmen durch gezielte Architektur- und Governance-Entscheidungen ihre Handlungsfähigkeit sichern können.

Zielpublikum: IT-Leiter, IT-Architekten und KI-Verantwortliche
Voraussetzungen: Grundlegendes Verständnis von KI-Einsatz in Unternehmen;  Vertrautheit mit Cloud-, Plattform- oder Datenarchitekturen auf konzeptioneller Ebene
Level: Advanced

Extended Abstract:
KI-Souveränität wird häufig als politische oder geopolitische Fragestellung diskutiert – etwa im Spannungsfeld zwischen europäischen und außereuropäischen Technologieanbietern. Für Unternehmen stellt sich die Frage jedoch sehr viel konkreter: Wo behalten sie Kontrolle über ihre KI-Wertschöpfung – und wo geben sie sie unbewusst ab?

Der Vortrag löst den Begriff der KI-Souveränität bewusst von politischen Zuschreibungen und betrachtet ihn aus einer unternehmerischen Perspektive. Souveränität ist die Fähigkeit, bewusste Entscheidungen über den Einsatz von KI zu treffen und diese auch langfristig kontrollieren zu können.

Abhängigkeiten sind per se nicht problematisch, sondern werden erst dann kritisch, wenn sie unreflektiert, intransparent oder nicht steuerbar sind.

Anschließend werden typische Abhängigkeitsmuster in heutigen KI-Architekturen analysiert. Die Referentin zeigt, wo Unternehmen reale Kontrollverluste riskieren – und wo Abhängigkeiten bewusst akzeptiert werden können.

Ein weiterer Fokus liegt auf der realistischen Einordnung europäischer und deutscher Stärken, insbesondere im Bereich spezialisierter Industrie- und Domänen-KI. 

Abschließend werden Governance- und Entscheidungsprinzipien vorgestellt, mit denen Unternehmen KI-Souveränität pragmatisch gestalten können. 

KI-Souveränität wird so zu einer Frage bewusster Steuerung – nicht der Herkunft einzelner Technologien.

solecon GmbH
Geschäftsführerin und Expert Consultant

Sonja Maria Lehmann berät Unternehmen zu Governance, Compliance und strategischer Steuerung von Künstlicher Intelligenz. Ein Schwerpunkt liegt auf der praktischen Umsetzung regulatorischer Anforderungen wie dem EU AI Act sowie der Einordnung von Leitlinien, Standards und Prüfungsanforderungen an KI-Systeme. Darüber hinaus unterstützt sie Organisationen dabei, ethische Anforderungen an KI wirksam in Governance- und Entscheidungsstrukturen zu verankern.

Sonja Maria Lehmann
11:25 - 12:10
Vortrag: Do 4.3

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